Wissenswertes über Bananen
Der Weg vom Anbau der Banane bis in den Einkaufskorb des Verbrauchers
Die Ernte in Mittel- und Südamerika
In der Regel enthält eine Frucht umso mehr Aroma und Geschmack, je länger sie
Zeit hatte, an der Pflanze auszureifen. Ganz anders verhält es sich dagegen
mit der Banane. Die exotische Tropenfrucht muß nämlich grün geerntet werden,
denn an der Staude kann sie sich nicht zur Genußreife entwickeln. Ließe man
die Früchte zum Reifen an der Pflanze hängen, würden sie aufplatzen und nicht
süß, sondern mehlig schmecken. Auch in den Anbauländern der Banane werden die
Bananenbüschel von den Einheimischen grün geerntet und an einen schattigen Ort
gebracht, um auszureifen.
Zwei Männer sind notwendig, um das etwa 35 - 50 Kilo schwere Bananenbüschel
zu ernten. Einer schlägt den Stamm mit einer Machete ab, der andere läßt das
Büschel geschickt auf seine Schulter gleiten. Danach wird es völlig gekappt
und vorsichtig - weich gelagert auf einem Schulterkissen - zum Transporthaken
der Seilbahn gebracht.
Alle sechzig bis hundert Meter durchziehen Seilbahnen die Plantagen und bringen
die grünen Büschel zur Packstation. Dieser schwebende Transport nimmt nicht
nur den Männern schwere Arbeit ab, sondern schützt die äußerst sensible Frucht
vor Druck und Stoß.
Mit der Seilbahn gelangen die Bananenbüschel zur Packstation der Plantage.
In der Packstation
Noch bis in die Mitte der 60er Jahre wurden die Bananenbüschel im Ganzen verschifft.
Heute ist die Packstation fester Bestandteil jeder Plantage. Sobald die geernteten
Bananenbüschel die Verpackungsstation erreicht haben, beginnt eine gründliche
und behutsame "Reisevorbereitung". Zunächst wird de Qualität der Bananen beurteilt.
Bananen, die nicht den vorgegebenen Richtlinien entsprechen, werden aussortiert
und auf dem lokalen Markt verkauft.
Nach den gründlichen Eingangskontrollen werden die einzelnen Hände von den Büscheln
geschnitten und in ein Wasserbad gelegt. Die Bananenbüschel enthalten viel Latex
- also Naturkautschuk. Das Ausbluten der Banane an der Schnittstelle muß durch
kaltes Wasser gestoppt werden, da Latex in der Schale wichtig für eine gleichmäßige
Nachreife ist. Ausgetretener Latex gibt Flecken auf der Schale, an den Händen
und an der Kleidung und wird deshalb abgewaschen.
Danach werden die Bananenhände in kleinere Fingergruppen, sogenannte "Cluster",
mit vier bis acht Bananen zerteilt. Auf Tabletts ausgelegt werden die Früchte
für den Kartonversand ausgewogen.
Ein weiteres desinfizierendes Duschbad schließt sich an, die Markenetiketten werden
aufgeklebt und die Qualitätsbananen in Kartons verpackt. Von allen Packstationen
geht der Transport sofort in den Hafen.
Der Transport
Für den Transport nach Europa warten hier spezielle "Bananendampfer" - moderne
Kühlschiffe mit einer Länge von bis zu 200 Metern und einem Fassungsvermögen
von bis zu 300.000 Kartons. Der gewaltige Bauch eines einzigen Frachters, bestehend
aus mehreren Luken mit einzelnen Decks, schluckt bis zu 6 Millionen Kilogramm
Bananen!
Der mit der Ernte beginnende Reifeprozeß wird in dem Frachtraum der modernen
Transportschiffe in einem sogenannten Schlafzustand versetzt. Dies geschieht
einzig und allein bei permanenter Luftumwälzung und konstanter Temperatur
von 13,2° C. Nur etwa 12 -16 Tage sind die Bananen von den Plantagen Zentral-
und Südamerikas zu den Häfen Europas unterwegs. In Deutschland angekommen
(z.B. in Hamburg), ist die Reise noch nicht zu Ende. Die Fahrt geht in LKWs
unverzüglich weiter zu den Reifereien.
Der Reifungsprozeß

Bei Ankunft in der Reiferei werden die Bananen nochmals auf Temperatur, Länge,
Durchmesser und Beschädigungen überprüft, bevor sie zur Reifung in die
Reifekammer gehen. Mit Hilfe einer Temperatursenkung auf 13,2° C wurde
der Reifevorgang auf den Schiffen verlangsamt, durch Temperaturerhöhung
wird er jetzt wieder in Gang gesetzt. Die Reifung der Bananen erfolgt
in Reifekammern bei Temperaturen zwischen 14 und 18° C und dauert 4 -
8 Tage. Damit die Bananen innerhalb einer Kammer alle zu gleicher Zeit
reifen, leitet man den natürlichen Reifeprozeß mit Hilfe von Äthylen -
einem natürlichen Gas, das die Früchte selbst produzieren - ein. In grünen
Bananen ist dieses Gas anfänglich jedoch nur in so geringer Menge vorhanden,
daß der Reifeprozeß unter Zugabe von Äthylen mit der geringen Konzentration
von 1 Promille aktiviert werden muß. Die Bananen werden sozusagen aus
ihrem Schlafzustand geweckt und dazu angeregt, selbst Äthylen zu produzieren.
Die Reife selbst ist ein biochemischer Vorgang, bei dem die Stärke in
der Banane in Zucker umgewandelt wird. Im grünen Zustand haben Bananen
ein Stärke-Zucker-Verhältnis von 20:1. Je gelber die Schale, umso größer
ist der Zuckeranteil und umso bananiger wird der Geschmack. Wie weit dieser
Prozeß fortgeschritten ist, läßt sich also leicht an der Farbe erkennen.
Bei einer vollreifen Banane hat sich das Stärke-Zucker-Verhältnis genau
umgekehrt: Also 1:20 (20 Teile Zucker).
Während der Reifedauer steuern und kontrollieren Reifemeister den Reifegrad
und den Geschmack der Bananen mit Hilfe eines Computers. Aber die Banane
ist trotz aller technischen Finessen noch immer ein empfindliches Naturprodukt.
Um die Reifung stets im Griff zu haben, inspiziert der Reifemeister täglich
(7 Tage die Woche) die Reifekammern und mißt die Temperatur der Bananen.
Je nach Kundenwunsch verlassen die Früchte in gelbgrünem Zustand
das "Farbspielhaus".
Sobald sich die Grünfärbung auf die Spitzen der Frucht zurückzieht, ist
die Qualitätsbanane zum Verzehr geeignet aber auch noch beim Verbraucher
länger haltbar bei richtiger Lagerhaltung. Bananen dürfen nicht in den
Kühlschrank und sollten dafür bei Zimmertemperatur (15 - 20 Crad) ruhig
an einem geschützten Ort liegen. Je gelber die Banane wird und je mehr
kleine, braune Reifungspünktchen zu sehen sind, umso süßer wird das Aroma.
Je nach Farbe kann also der Verbraucher weitgehend selbst über den Geschmack
seiner Banane entscheiden.
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